Network Attached Storage: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 2. August 2026, 16:39 Uhr
Network Attached Storage (kurz NAS, deutsch etwa „netzgebundener Speicher“) bezeichnet einen eigenständigen Dateispeicher, der über ein Netzwerk erreichbar ist. Ein NAS ermöglicht mehreren Computern, Smartphones, Tablets oder anderen Geräten den gemeinsamen Zugriff auf zentral gespeicherte Dateien.
NAS-Systeme werden sowohl in privaten Haushalten als auch in Unternehmen eingesetzt. Typische Anwendungen sind die zentrale Speicherung von Dokumenten, Bildern, Musik und Videos, die Datensicherung mehrerer Geräte sowie die Bereitstellung von Medien- und Netzwerkdiensten.
Funktionsweise
Ein NAS ist im Grunde ein spezialisierter Computer, der hauptsächlich zur Speicherung und Bereitstellung von Dateien dient. Es besitzt üblicherweise:
- einen Prozessor,
- Arbeitsspeicher,
- eine oder mehrere Festplatten beziehungsweise SSDs,
- einen Netzwerkanschluss,
- ein eigenes Betriebssystem.
Das NAS wird normalerweise über ein Netzwerkkabel mit einem Router oder Switch verbunden. Anschließend können berechtigte Benutzer über das lokale Netzwerk oder – bei entsprechender Konfiguration – über das Internet darauf zugreifen.
Die Verwaltung erfolgt häufig über eine grafische Benutzeroberfläche im Webbrowser.
Dateizugriff
Für den Zugriff auf gespeicherte Dateien unterstützen NAS-Systeme verschiedene Netzwerkprotokolle. Dazu gehören unter anderem:
- SMB für Windows-, macOS- und Linux-Systeme,
- NFS für Linux- und Unix-Systeme,
- FTP beziehungsweise SFTP zur Dateiübertragung,
- WebDAV für den Zugriff über das Internet.
Auf einem Computer können freigegebene Ordner des NAS als Netzlaufwerk eingebunden werden. Sie erscheinen dann ähnlich wie eine lokal angeschlossene Festplatte.
Festplatten und RAID
Viele NAS-Systeme besitzen mehrere Einschübe für Festplatten. Diese werden häufig zu einem RAID-Verbund zusammengefasst.
Je nach RAID-Konfiguration können die Daten auf mehrere Festplatten verteilt oder zusätzlich gespiegelt werden. Dadurch kann das System beim Ausfall einer einzelnen Festplatte unter Umständen weiterarbeiten.
Ein RAID ersetzt jedoch keine Datensicherung. Versehentlich gelöschte Dateien, Schadsoftware, Diebstahl oder ein technischer Defekt des gesamten NAS können trotzdem zu einem Datenverlust führen. Wichtige Daten sollten daher zusätzlich auf einem externen Datenträger oder an einem anderen Standort gesichert werden.
Typische Einsatzgebiete
Ein NAS kann für unterschiedliche Aufgaben eingesetzt werden:
- zentrale Ablage von Dokumenten und Dateien,
- Datensicherung von Computern und Mobilgeräten,
- Speicherung von Fotos und Videos,
- Musik- und Videostreaming,
- gemeinsamer Zugriff durch mehrere Benutzer,
- Betrieb eines Medienservers,
- Speicherung von Aufnahmen aus Überwachungskameras,
- Bereitstellung einer privaten Cloud,
- Betrieb zusätzlicher Anwendungen wie Kalender, Wiki oder Webserver.
Leistungsfähigere NAS-Systeme können außerdem virtuelle Maschinen, Container oder Datenbanken ausführen.
Vorteile
Zu den Vorteilen eines NAS gehören:
- zentrale Speicherung von Daten,
- Zugriff von verschiedenen Geräten,
- Benutzer- und Rechteverwaltung,
- automatische Datensicherungen,
- vergleichsweise geringer Stromverbrauch,
- Erweiterbarkeit durch zusätzliche Festplatten und Anwendungen,
- teilweise Zugriff über das Internet möglich.
Nachteile
Mögliche Nachteile sind:
- Anschaffungskosten für das NAS und die Festplatten,
- notwendige Einrichtung und regelmäßige Wartung,
- Abhängigkeit vom Netzwerk,
- mögliche Sicherheitsrisiken bei einem Zugriff über das Internet,
- kein vollständiger Schutz vor Datenverlust,
- begrenzte Leistung bei einfachen oder älteren Geräten.
Sicherheit
Ein NAS sollte regelmäßig aktualisiert und sicher konfiguriert werden. Dazu gehören insbesondere:
- regelmäßige Installation von Sicherheitsupdates,
- Verwendung sicherer und unterschiedlicher Passwörter,
- Aktivierung einer Zwei-Faktor-Authentifizierung,
- Vergabe von Benutzerrechten nach Bedarf,
- Deaktivierung nicht benötigter Dienste,
- verschlüsselte Verbindungen,
- regelmäßige externe Datensicherungen.
Ein direkter Zugriff aus dem Internet sollte nur eingerichtet werden, wenn er tatsächlich benötigt wird. Sicherer ist häufig der Zugriff über ein VPN.
NAS und Cloud-Speicher
Ein NAS wird häufig als private Alternative zu einem Cloud-Speicherdienst verwendet. Die Daten befinden sich dabei auf einem eigenen Gerät und nicht ausschließlich auf den Servern eines externen Anbieters.
Der Betreiber trägt jedoch selbst die Verantwortung für Wartung, Sicherheit und Datensicherung. Bei einem kommerziellen Cloud-Dienst werden diese Aufgaben größtenteils vom jeweiligen Anbieter übernommen.
Hersteller
Bekannte Hersteller von NAS-Systemen sind unter anderem:
- Synology,
- QNAP,
- Asustor,
- Western Digital,
- TerraMaster.
Alternativ kann ein NAS auch aus einem normalen Computer und einem dafür geeigneten Betriebssystem aufgebaut werden.